Jede werdende Mutter wartet ungeduldig auf die ersten spürbaren Bewegungen des Babys im Bauch. Den ersten Tritt kann die Mutter etwa im vierten Monat spüren, doch das Baby beginnt sich viel früher zu bewegen, ungefähr in der 6. Woche. Mütter und Ärzte beobachten die Bewegungen des Babys während der gesamten Schwangerschaft, doch auf seine Lage wird erst in den letzten Monaten Wert gelegt. Warum ist die Drehung des Babys im Bauch wichtig und wie kann man feststellen, wie das Baby liegt?
Die Lage des Babys im Bauch ist während der Schwangerschaft nicht so entscheidend. Das Kind wächst und wendet sich, sodass sich seine Lage ständig ändern kann. Allerdings wächst das Baby weiter und hat immer weniger Platz zur Bewegung, weshalb auch das Drehen für den kleinen Schatz anstrengender wird. Fragen wie „Wann hat sich Ihr Baby gedreht?“ oder „Wie liegt das Baby?“ sind deshalb angebracht, denn die korrekte Babylage vor der Geburt kann den Geburtsverlauf erleichtern.
Babylagen in der Gebärmutter
Die beste Lage für eine natürliche vaginale Geburt ist mit dem Köpfchen nach unten. Wenn während der Schwangerschaft keine Komplikationen aufgetreten sind, sind Mutter und Baby bereit für eine vaginale Geburt. Es gibt jedoch auch andere Lagen, die eine natürliche Geburt erheblich erschweren und den Arzt dazu zwingen, einen Kaiserschnitt durchzuführen.
Obwohl der Körper der Frau auf die Geburt vorbereitet ist und alles darauf hindeutet, muss das Baby nicht in der idealen Lage sein. Es kann sich auch auf dem Weg in den Kreißsaal noch drehen. Wir unterscheiden deshalb physiologische und pathologische Lagen des Babys in der Gebärmutter:
1. Physiologische Lagen sind solche, bei denen die Achse der Gebärmutter und des Babys in einer Linie liegen. Das Baby befindet sich in keinem unnatürlichen Winkel und kreuzt nicht die Gebärmutter. Bei physiologischen Lagen unterscheiden wir zwei Hauptlagen des Fetus:
- Längslage mit dem Köpfchen ist die bereits erwähnte ideale Geburtslage, die einer vaginalen Geburt nicht im Wege steht, da das Baby dabei mit dem Kopf nach unten liegt. Bei dieser Lage unterscheiden wir noch die vordere und die hintere Stellung. Die vordere Stellung in der Längslage mit dem Köpfchen ist die optimalste Geburtslage, bei der das Baby mit dem Kopf am Beckeneingang liegt und mit dem Gesicht zum Rücken der Mutter zeigt. So ist das Baby in der vorderen Stellung in Längslage mit dem Köpfchen darauf ausgerichtet, den Geburtskanal ohne größere Probleme zu passieren. In der hinteren Stellung liegt das Baby mit dem Gesicht zum Bauch der Mutter, doch auch diese Lage stellt keine Komplikation für die vaginale Geburt dar.
- Längslage mit Steißlage bedeutet, dass das Kind mit dem Po oder den Füßchen in Richtung Geburtskanal zeigt und in der Gebärmutter in einer Haltung liegen kann, die an einen kleinen Buddha erinnert. Diese Lage stellt schon eine Komplikation dar, und eine Steißgeburt birgt ein Risiko, weshalb Ärzte meist einen Kaiserschnitt vornehmen. Sie können jedoch versuchen, das Baby manuell durch die Bauchdecke zu drehen – mittels einer Reihe spezieller Bewegungen und Griffe. Eine solche Drehung des Fetus in der Gebärmutter kann helfen, und das Baby dreht sich dadurch mit dem Kopf nach unten. Die Drehung ist jedoch nicht immer erfolgreich; in solchen Fällen ist ein Kaiserschnitt die beste Lösung.
2. Pathologische Lagen sind, wie der Name schon sagt, solche, die eine vaginale Geburt verhindern. Die einzige geeignete und sichere Alternative ist ein Kaiserschnitt. Ein schlecht gedrehtes Baby befindet sich in einem ungünstigen Winkel, und eine natürliche Geburt ist einfach nicht möglich. Das Baby kann sich in einer Querlage oder schrägen pathologischen Lage befinden:
- Querlage ist eine Lage, bei der das Baby mit Kopf und Füßen an den Seiten der Mutter liegt. In der Gebärmutter steht es aufrecht und liegt dort quasi so, wie man es auf dem Unterarm halten würde. Weder Kopf noch Po zeigen zum Beckenboden oder Geburtskanal, sodass das Baby sich im Grunde in einer horizontalen Lage befindet. Diese Lage ist zum errechneten Geburtstermin sehr selten, da sich die meisten Kinder vor der Geburt mit dem Kopf nach unten drehen.
- Schräge Lage des Fetus ist eine Kombination aus Querlage und Längslage, wobei das Baby quasi eine Diagonale in der Gebärmutter bildet. Das Baby liegt in einer Zwischenlage, eventuell teilweise sitzend; auch diese Lage verhindert eine vaginale Geburt.

Fotoquelle: Freepik
Zeit zum Drehen
Es lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, wann sich das Kind mit dem Kopf nach unten dreht. Die meisten Babys beginnen jedoch ab der 32. Woche, sich in die Längslage mit dem Köpfchen zu drehen. Das ist sehr individuell, und kein Arzt, Geburtshelfer oder Hebamme kann garantieren, dass das Baby in dieser Lage bleibt oder sich nicht doch noch anders dreht. Die Drehung des Babys mit dem Kopf nach unten kann sogar erst bei den ersten Wehen erfolgen, wenn die Muskeln elastisch sind und dem Baby eine leichtere Bewegung ermöglichen.
Das Baby sucht im Bauch eine Position, die für es ideal ist – doch diese Lage ist nicht immer die richtige. Es gibt jedoch Übungen zum Drehen des Babys im Bauch, die darauf abzielen, die Bewegung des Kindes zu fördern und ihm Raum für eine optimale Position zu schaffen. Wir stellen Ihnen einige bewährte Tipps und Tricks zum Drehen des Babys vor. Denken Sie jedoch daran, dass einige Babys im Bauch schon stur sind und sich überhaupt nicht bewegen lassen.
- Achten Sie auf eine richtige Körperhaltung. Im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft kann es schwierig sein, aufrecht zu stehen oder zu sitzen. Eine richtige Körperhaltung kann jedoch das Baby „anschubsen“, sich mit dem Kopf nach unten zu drehen. Wenn es Ihnen möglich ist, setzen Sie sich mehrmals täglich für einige Minuten auf einen Gymnastikball, um nicht einzusacken (wie z. B. auf dem Sofa oder Stuhl). Wichtig ist dabei, die Hüften höher als die Knie zu halten, um dem Baby ausreichend Raum fürs Drehen zu geben. Beim Sitzen beugen Sie sich leicht nach vorne, sodass das Baby mit dem Rücken Ihrem Bauch näherkommt.
- Sanfte Bewegungen wie zum Beispiel Spaziergänge, Dehnungen und kreisende Bewegungen mit dem Becken unterstützen das Absinken des Babys und halten das Becken beweglich. Sehr gut bewährt hat sich beim Dehnen die Katzen-Kuh-Position, die dem kleinen Schatz Bewegungsraum schafft. Auch das Kreisen der Hüften auf dem Gymnastikball ist geeignet.
- Manuelles Drehen des Babys kann am Ende des dritten Trimesters, also etwa in der 36. Woche, durchgeführt werden. Das Drehen mit äußeren Griffen erfolgt durch eine erfahrene Hebamme oder einen Geburtshelfer. Sie sollten dies niemals ohne professionelle Hilfe zuhause versuchen, da hierbei mehr Schaden als Nutzen entstehen könnte. Das manuelle Drehen ist jedoch nicht immer geeignet. Die Eignung der Drehung entscheidet der Arzt anhand des Gewichts des Babys, der Fruchtwassermenge und weiterer Faktoren.
So wie die Mutter die Bewegungen des Babys spürt, kann sie (muss aber nicht) auch die Drehung des Babys in der Gebärmutter spüren. Wenn Sie die Lage Ihres Babys verfolgen möchten, ist es ideal, die Lage des Köpfchens gleich nach oder während einer Ultraschalluntersuchung mit einem (natürlich ungiftigen) Stift direkt auf dem Bauch zu markieren. Sie können auch das Herzchen des Babys markieren, den Po finden (er ist hart und rund) und die Tritte beobachten.
Für eine noch bessere Visualisierung können Sie eine Puppe nehmen und sie drehen, bis sie die Lage des Babys im Bauch nachahmt. Dies nennt man Belly Mapping, womit Mütter die Lage des Babys einzeichnen und seine Bewegungen verfolgen können. Manche Mütter bleiben dabei nicht nur bei einfachen Punkten und Linien, sondern verwandeln das Belly Mapping mit sicheren und ungiftigen Farben in ein Kunstwerk.
Quelle:
- Emily Zirkle. Optimal Fetal Positioning: Encouraging Baby Into the Best Position for Birth and Why it is Important. Online. In: The Addice. 2025. Verfügbar ab: https://www.theaddice.com/optimal-fetal-positioning/.
- Jacquelyn Cafasso. What Your Baby’s Position in the Womb Means. Online. In: Healthline. 2018. Verfügbar ab: https://www.healthline.com/health/pregnancy/baby-positions-in-womb.
- Lorna Marsh. Getting your baby into position for birth. Online. In: Babycentre. Verfügbar ab: https://www.babycentre.co.uk/a544493/getting-your-baby-into-position-for-birth.





