Präeklampsie (kommt vor oder nicht)

  Kategorien: Schwangerschaft,
4 Min.
01. Nov'16

Eine komplikationslose Schwangerschaft ist der Traum jeder werdenden Mutter. Etwa fünf Prozent der schwangeren Frauen haben jedoch nicht dieses Glück und werden von Präeklampsie oder von ersten Anzeichen davon betroffen, die sich bis zu einem lebensbedrohlichen Zustand entwickeln können. Was wissen Sie alles über diese Krankheit, die typischerweise in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auftritt?

Regelmäßige Blutdruckmessungen und die Kontrolle des Eiweißes in der Schwangerschaftsvorsorge haben ihren Sinn. Sie können helfen, eine Präeklampsie zu erkennen – eine Krankheit, die nur schwangere Frauen betrifft. Sie ist auch deshalb tückisch, weil sie ohne Vorwarnung auftritt. Ein Anzeichen ist ein erhöhter Blutdruck und das Auftreten von Eiweiß im Urin, manchmal auch Schwellungen am ganzen Körper. Mit dieser schwangerschaftsbedingten Komplikation hatte sich auch die 33-jährige Janka auseinanderzusetzen, die früher einmal in einem Müttermagazin über die Krankheit gelesen hatte. Später erschwerte die Präeklampsie die Schwangerschaft auch für einige ihrer Bekannten. Damals ahnte sie noch nicht, dass auch sie selbst einmal zu den fünf Prozent der Frauen gehören würde.

Präeklampsie in der Schwangerschaft

Präeklampsie kann sich in Eklampsie entwickeln

"Das allererste Anzeichen waren unnatürlich ruckartige Bewegungen der Tochter in meinem Bauch. Manchmal hatte ich das Gefühl, als würde sie Krampfanfälle erleiden. Anschließend wurde laut Ultraschalluntersuchung festgestellt, dass die Tochter um 2 Wochen kleiner war als der Rest des Körpers und insgesamt ein geschätztes niedriges Gewicht hatte. Mein Körper begann nach und nach immer stärker zu schwellen und mein Blutdruck stieg", erzählte sie uns von ihren Symptomen.

Die Gynäkologin stellte in der 30. Schwangerschaftswoche eine Abweichung fest. In der 33. Woche war Jans Zustand bereits kritisch und die Ärzte entschieden sich für einen sofortigen Kaiserschnitt. Von der ersten Manifestation der Präeklampsie bis zur Entwicklung der Eklampsie und der vorzeitigen Geburt vergingen ungefähr 6 Wochen.

Leichtere Fälle und Ruhe im Bett

Jankas Symptome gehörten zu den schwereren Fällen, die typisch für eklamptische Anfälle und Krämpfe sind. Wenn die Ärzte nicht rechtzeitig eingegriffen hätten, wären beide gefährdet gewesen – die Mutter und das Kind. Leichtere Fälle gehen mit erhöhtem Blutdruck und Schwellungen einher, erfordern jedoch eine strenge Überwachung. Wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird, ordnet der Arzt Bettruhe an und legt einen Ernährungsplan fest. Bei einer Verschlechterung des Zustands ist die einzige Lösung die Einleitung der Geburt oder ein Kaiserschnitt – so wie bei Janka. Nach der Geburt bessert sich die Präeklampsie in der Regel.

Eine schwierige Zeit im Leben einer Frau

Die kleine Nelka kam mit einem Gewicht von 1.450 g zur Welt – zum Glück völlig gesund. „Im Inkubator wartete eine kleine Person auf mich, die ich nicht hin- und herwiegen und nicht in den Arm nehmen oder an die Brust legen konnte. Es war eine sehr psychisch belastende Zeit, weil man mich aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen hat, aber meine Tochter dort einen ganzen Monat bleiben musste und ich nur zu Besuchen in den festgelegten Besuchszeiten zu ihr gehen konnte. Das Gefühl, dass Ihr Kind weit weg von Ihnen ist und sich fremde Menschen darum kümmern, ist für jede Mutter niederschmetternd“, beschrieb sie ihre Gefühle.

Eine Präeklampsie kündigen drei typische Anzeichen an – Schwellungen, hoher Blutdruck und Eiweiß im Urin.

Die Ursache der Präeklampsie ist nicht klar

Laut den Ärzten wurde der Kaiserschnitt im letzten möglichen Moment durchgeführt. Diese negative Erfahrung hat die Mutter jedoch psychisch gestärkt, auch wenn sie 9 Monate nach der Geburt weiterhin von einem Internisten und einem Hämatologen überwacht wird. Von der Präeklampsie waren am stärksten Herz, Leber und Nieren betroffen, und vermutlich wird es noch eine Weile dauern, bis sie wieder zu 100 % funktionieren.

Die Tücke dieser Krankheit liegt auch darin, dass ihre Ursache nicht klar ist. Die Ärzte gehen jedoch davon aus, dass es sich um eine Störung des Zusammenspiels des Immunsystems von Mutter und Kind handelt. Vorbeugung ist in diesem Fall umstritten, empfohlen wird jedoch, einen gesunden Lebensstil zu führen und regelmäßige Kontrollen in der Schwangerschaftsvorsorge nicht zu unterschätzen.

Durch welche Faktoren sind manche Frauen stärker gefährdet?

  • Adipositas
  • ein zu junges Alter (unter 20 Jahren) oder ein höheres Alter (über 35 Jahren)
  • ein zu großer zeitlicher Abstand zwischen den Schwangerschaften (mehr als 10 Jahre)
  • gesundheitliche Komplikationen wie Diabetes oder Lupus
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • künstliche Befruchtung (mit Anzeichen einer Präeklampsie hatten bis zu 42 % der Frauen zu kämpfen, die sich einer künstlichen Befruchtung unterzogen)
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