Wie wählt man die passenden Winterstiefel für Kinder aus?

  Kategorien: Die ersten Jahre des Kindes,
5 Min.
08. Jan'17

Zwischen unzähligen Marken, Stilen, Materialien und märchenhaften wie auch nicht-märchenhaften Motiven die richtigen und vor allem passenden Winterstiefel für ein Kind zu finden, ist manchmal schwieriger als, eine mathematische Knobelaufgabe zu lösen. Wie löst man dieses Rätsel?

Winterstiefel oder Stiefelchen müssen vor allem drei grundlegende Eigenschaften erfüllen – sie müssen ausreichend gut isoliert, bequem sein und Feuchtigkeit abhalten. Erst dann können Sie sich mit dem Aussehen, der Farbe, der gesamten Ausführung oder dem Märchenmotiv beschäftigen, das darauf abgebildet ist. Überlegen Sie jedoch gleichzeitig, welche Funktion das Schuhwerk erfüllen soll. Sollen sie den Kindern nur für Spaziergänge dienen oder auch für Spiele und das Herumlaufen im Schnee geeignet sein?

Winterstiefel für Kinder

Die Gesundheit des Kindes steht an erster Stelle

Der Stiefel sollte auch deshalb gut sitzen, weil sich der Fuß des Kindes noch ständig entwickelt. Durch den Kauf gesundheitlich unbedenklicher Schuhe können Sie in Zukunft verschiedenen Verformungen vorbeugen, die bei Ihren Kindern auftreten könnten, wie etwa verschiedene Pilzinfektionen, Probleme mit Plattfüßen oder einem hohen Fußgewölbe, eine schwache Durchblutung, Krampfadern oder Schmerzen in Gelenken und Sehnen.

Natürliches „Heizen“

Wenn die kleinen Füße angenehm warm sein sollen, achten Sie auf die Isolierung der Stiefelchen. Zögern Sie nicht, das gesamte Innere des Schuhs abzutasten, einschließlich des Bereichs der Zehen. Diese sind am empfindlichsten gegenüber Kälte, daher muss die Auskleidung auch in diesen Bereichen gut sein – und zwar unabhängig davon, ob es sich um Schneestiefel handelt oder um Schuhe, in denen Ihr Kind „nur“ von zu Hause in die Kita läuft.

Das ist jedoch nicht die einzige Voraussetzung. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht damit zusammenhängt: Warme Füße hängen vor allem von der optimalen Schuhgröße ab. Glaubten Sie, dass der Stiefel den Fuß selbst wärmt? Irrtum: Diese Funktion übernimmt die Körperwärme, die im Inneren des Stiefels entsteht. Deshalb ist es entscheidend, dass der Stiefel so gebaut ist, dass die erzeugte Wärme aufgenommen und nicht nach außen abgegeben wird. Ungeeignetes Schuhwerk bewirkt das Gegenteil. Wenn der Stiefel zu klein ist, bietet er keinen Raum, in dem sich Wärme bilden kann, und deshalb wärmt er den Fuß nicht ausreichend.

Großer Stiefel – doppelte Probleme

Viele Eltern haben jedoch die entgegengesetzte Tendenz – größere Stiefel in der Hoffnung zu kaufen, dass sie den Kindern länger passen. So erreichen Sie aber nur einen ähnlichen Effekt, denn der kleine Fuß produziert nicht genug Wärme , um den „großen“ Innenraum des Stiefels zu erwärmen, und die Wärme entweicht aus dem Schuh. Außerdem nutzen sich Stiefel schneller ab, wenn Sie eine Nummer größer kaufen, als nötig. Da sie am Fuß nicht gut sitzen, bewegt sich das Kind unruhiger und reibt sich schnell nicht nur die eigentliche Laufsohle, sondern auch das Futter des Schuhs ab.

Kinderstiefel für den Schnee

Wie testet man Stiefel?

  • Die ideale Zeit ist nachmittags bis zum späten Nachmittag, wenn die Füße müde und geschwollen sind. So sinkt das Risiko, dass Sie dem Kind zu kleine Schuhe kaufen, auf ein Minimum.
  • Stiefel sollten sich leicht an- und ausziehen lassen, wobei der Kindergartenkind das auch problemlos selbst schaffen sollte. Andernfalls bereiten Sie sich und Ihren Kleinsten schwierige Morgen vor – schon beim ganz normalen Anziehen.
  • Üblicherweise sollte vorne etwas Platz von einem halben Zentimeter bzw. in etwa in der Größe einer Daumenbreite sein, die Ferse sollte jedoch exakt sitzen und beim Gehen nicht „durchrutschen“.
  • Wenn Ihr Kleines ein bestimmtes Modell anprobiert, lassen Sie es einmal durch die ganze Filiale gehen, eventuell auch kurz rennen.
  • Das Kind sollte nicht mit den Füßen scharren und sich auf keinen Fall über Schmerzen beklagen. Das sind die ersten Anzeichen dafür, dass die Schuhe überhaupt nicht geeignet sind.

Hochwertige Isolierung

Eine wichtige Rolle spielt auch das Futter bzw. die Einlage des Schuhs. Ideal ist ein natürliches Material, das dem Fuß frei „atmen“ lässt. Wenn Sie jedoch Stiefelchen mit natürlichem Futter kaufen, ist es besser, wenn der Fuß im Inneren sozusagen „vollständig“ sitzt, denn dieses Futter wird beim Gehen häufig ein wenig nach hinten gedrückt. Dagegen behalten High-Tech-Materialien auch nach längerem Tragen ihre Form, sodass sich das Futter nicht durchdrückt und sich kein unnötig großer Freiraum um den Fuß bildet, aus dem Wärme entweichen kann.

Alles im Trockenen

Das dritte Kriterium ist die Fähigkeit, den Fuß vor Feuchtigkeit zu schützen. Merken Sie sich: Nasse Füße bedeuten Kälte. Allerdings muss man zwei Begriffe unterscheiden – Wasserbeständigkeit und Wasserdichtigkeit. Während es im ersten Fall um Schuhe geht, in denen Kinder problemlos bei leichtem Regen oder nach geringem Schneefall herumrennen können, sorgt der zweite Schuhtyp dafür, dass kein Wasser an die Füße gelangt – selbst beim Durchwaten von hohem Schnee oder während eines Regenschauers.

Achten Sie nicht nur auf die Empfehlungen der Hersteller, sondern auch auf die Verarbeitung des Schuhs, insbesondere auf die Art, wie die einzelnen Teile vernäht sind, die Verbindung von Sohle und Obermaterial sowie auf die Lösung im Bereich der Schnürung oder des Reißverschlusses des Stiefels – denn diese sind in Bezug auf Feuchtigkeit die kritischsten Stellen des Schuhs.

Überprüfen Sie außerdem, wo überall der wasserdichte Bereich am Schaft den Stiefel bedeckt. Manche haben ihn nämlich nur im unteren Bereich angebracht, nicht jedoch im Bereich der Waden. Ideal sind zum Beispiel „Schneestiefel“, die eine wasserdichte Ausrüstung über die gesamte Schafthöhe des Obermaterials haben.

Natürlich müssen die Schuhe auch ausreichend atmungsaktiv sein, damit überschüssige Feuchtigkeit nach außen abtransportiert werden kann, die mit der Entstehung von Körperwärme und dem Schwitzen der Füße zusammenhängt. Wenn das Innere des Stiefels schon beim Ansehen des Modells oder nach dem ersten Anprobieren unangenehm riecht, werden die Schuhe mit synthetischem Material ausgekleidet sein – und das ist mit Sicherheit keine gute Wahl.

Sicheres Schuhwerk

Die Sohle muss so gefertigt sein, dass sie ein versehentliches Ausrutschen auf glattem Untergrund verhindert und damit auch Stürze. Ideal ist eine Ausführung mit deutlich ausgeprägten Profilsohlen, und zwar über die gesamte Länge, besonders im Bereich der Ferse. Außerdem sollte sie flexibel sein, aber zugleich ausreichend fest, damit sie bei erhöhter Belastung nicht so leicht reißt. Denken Sie daran: Je hochwertiger die Stiefelchen, desto sicherer werden sich Ihre Kinder bei Winterspielen draußen fühlen.

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